Berliner Residenz Konzerte – Komponisten

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)

Johann Sebastian BachJohann Sebastian Bach gilt neben Georg Friedrich Händel als bedeutendster Komponist der Barockzeit. Er wurde am 21. März 1685 in Eisenach geboren und starb am 28. Juli 1750 in Leipzig. Seine musikalische Laufbahn begann er als Chorknabe in Ohrdruf und Lüneburg.

Unter Anleitung seines älteren Bruders Johann Christoph Bach erhielt er eine musikalische Ausbildung.

Es folgten Engagements als Organist in Arnstadt und Mühlhausen sowie als Violinist des Herzogs von Weimar. Von 1708 bis 1717 war Bach Konzertmeister in Weimar und anschließend Kapellmeister in Köthen. Ab dem Jahre 1723 bekleidete er das Amt des Thomaskantors in Leipzig. In dieser Funktion lag das gesamte Musikleben Leipzigs in Bachs Verantwortlichkeit und sein Aufgabenbereich umfasste dabei nicht nur die Komposition, sondern auch Musikunterricht und Konzertauftritte.

Zu Lebzeiten wurde Bach vor allem als großartiger Organist, Cembalovirtuose und für seine meisterhaften Improvisationen gerühmt. Seine Kompositionen rückten durch die viel beachtete Wiederaufführung der „Matthäuspassion“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und die Veröffentlichung seines Gesamtwerkes (1851-1899) in den Fokus der Öffentlichkeit. Seine heutige Berühmtheit verdankt Johann Sebastian Bach vor allem der großen Wertschätzung seiner sakralen Musik in kirchlichen Kreisen und der weiten Verbreitung seines Werkes in den Anfängen des 20. Jahrhunderts als bekanntester Repräsentant des Barocks. Sein herausragender Stellenwert als Komponist und Musiker spiegelt sich zudem in der Tatsache wieder, dass Bachs Tod das Ende der Epoche des musikalischen Barocks repräsentiert.

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)

Georg Friedrich HändelGeorg Friedrich Händel wurde im gleichen Jahr wie J. S. Bach (1685) in Halle geboren und starb am 14. April 1759 in London. Er begann seine musikalische Ausbildung bei Friedrich Wilhelm Zachow, der als Komponist und Musikdirektor der Marienkirche in Halle tätig war.

Hier wurde Händel eine grundlegende Kompositions- sowie Instrumentalausbildung zuteil. 1703 erhielt er als Violinist, später als Cembalist ein Engagement an der Hamburger Oper, wo im Jahre 1705 seine erste Oper „Almira“ uraufgeführt wurde. 1706 bereiste Händel für mehrere Jahre Italien, wo er nicht nur die italienische Oper, sondern auch eine neue Form der Orchestermusik, das Concerto Grosso, kennen lernte.

1712 übersiedelte Händel nach England, das seine zweite Heimat werden sollte. Für den König von Großbritannien und Irland Georg I. schrieb er zahlreiche Auftragswerke, so z.B. die „Wassermusik“ und die „Feuerwerksmusik“. Nachdem Händel mit seinem eigens hierfür gegründeten Unternehmen Opern aufführte, jedoch eher mäßigen Erfolg hatte, wandte er sich der Komposition von Oratorien zu. Mit dem 1742 in Dublin uraufgeführten Werk „Messias“ errang er Weltruhm. Trotz eines Schlaganfalls und fortschreitender Erblindung in seinen letzten Lebensjahren komponierte Händel unermüdlich bis zu seinem Tode. Er verstarb hoch angesehen im Jahre 1759 in London.

1784 wurde Händel anlässlich seines 100. Geburtstages mit Gedächtniskonzerten in der Westminster Abbey und dem Pantheon gedacht. Es blieb Felix Mendelssohn Bartholdy vorbehalten das Werk von Johann Sebastian Bach zurück ins Gedächtnis der Öffentlichkeit zu bringen und ebenso trug er dafür Sorge, dass Händels Oratorien nach eigener Überarbeitung auch in Deutschland aufgeführt wurden. Ab 1920 sorgte der Kunsthistoriker Oskar Hagen dafür, dass mehrere fast vergessene Opern Händels in Göttingen wieder inszeniert wurden. Die von ihm ausgearbeiteten deutschen Fassungen verbreiteten sich schnell im ganzen Land. Gegenwärtig wird Händels Schaffen in Deutschland, neben Konzerten und Theateraufführungen, im Besonderen bei den Internationalen Händel-Festspielen in Göttingen gewürdigt, die aus Oskar Hagens Operninszenierungen hervorgegangen waren.

Friedrich der Große (1712 – 1786)

Friedrich der GroßeFriedrich II. von Preußen, ältester Sohn von Friedrich Wilhelm I. dem „Soldatenkönig“ und Sophie Dorothea von Hannover, erhielt, obgleich sehr feinsinnig und kunstinteressiert, eine strenge, autoritäre sowie stark religiös geprägte Erziehung nach den Idealen seines militaristischen und von ökonomischen Prinzipien geleiteten Vaters. Im Geheimen erhielt Friedrich jedoch ab 1728 unter der Anleitung von Johann Joachim Quantz, seines Zeichens Flötist, Flötenbauer und Komponist, Unterricht an der Querflöte. Friedrich war darüber hinaus an Kunst in jeder Form interessiert, was zu Lebzeiten seines Vaters oftmals Anlass zu Konfrontationen gab. Kulminationspunkt der Auseinandersetzung war ein Fluchtversuch Friedrichs, der jedoch bereits im Ansatz vereitelt wurde und zur Inhaftierung des Kronprinzen führte. Der Konflikt des bei seinem Vater in Ungnade gefallenen Kronprinzen wurde erst durch die arrangierte Heirat Friedrichs mit Elizabeth Christine von Braunschweig-Bevern zumindest öffentlich beigelegt.

Die von Friedrich ungeliebte Ehe blieb kinderlos und das Interesse an seiner Gattin auf ein Minimum beschränkt. Die Repressalien König Friedrich Wilhelms gegen seinen Sohn waren erfolglos, da sich Friedrich seine künstlerichenVorlieben bewahrte. So fertigte er die Skizzen für sein zukünftiges Potsdamer Refugium Sanssouci eigenhändig an und ließ diese durch den Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff ausführen. Auch führte der König mit vielen europäischen Persönlichkeiten wie u. a. Voltaire oder Katharina der Großen geistreiche Briefwechsel und legte eine bedeutende Gemäldesammlung an. Wobei sein Kunstgeschmack ein sehr gefestigter, bisweilen statischer war, so dass er vielen Entwicklungen der Kunst im europäischen Raum wenig Beachtung schenkte.

Der Musik blieb Friedrich zeitlebens verbunden, er spielte sehr gut Querflöte und komponierte auf gehobenem Niveau. Im Jahre 1747 arrangierte Friedrichs Hofmusiker Carl Philipp Emanuel Bach das legendäre Treffen mit Johann Sebastian Bach in Schloss Sanssouci. Im Zuge dieser Begegnung schrieb Bach im Auftrag des Königs sein berühmtes „Musikalisches Opfer“, basierend auf einem von Friedrich II. in Auftrag gegebenem „königlichen Thema“. Friedrich starb im Jahre 1786 in Sanssouci. Unter seiner Regentschaft wurde Preußen in den Kreis der europäischen Großmächte aufgenommen. Die von Friedrich II verabschiedeten innenpolitischen Reformen spiegelten seinen Anspruch als aufgeklärten Monarchen und seinen Wunsch „erster Diener des Staates“ zu sein wider.

Die Darstellung Friedrichs II. in der Öffentlichkeit stellt sich in der Geschichte sehr ambivalent dar und ist dem jeweiligen Zeitgeist unterworfen. Seine Charakterstärke, Durchhaltewillen, sowie der eigenwillige Sinn für Gerechtigkeit und Mitleid machten ihn jedoch schon zu Lebzeiten zum „Großen König“.




 


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